Pferde-Märchen

Märchen nach Themen

Zu allen Zeiten hat das Pferd für den Menschen eine besondere Rolle gespielt. In Kriegs- wie in Friedenszeiten war es ihnen ein treuer Freund und Begleiter. Viele vorchristliche Götter wurden von Pferden begleitet oder nahmen selbst Pferdegestalt an. Das bekannteste Pferd der griechischen Mythologie ist Pegasus, der Sohn des Nereus und der Medusa.

 Leseprobe


 

Das Pferd der Laima aus dem Märchenbuch „Pferde-Märchen“ von Sigrid Früh und Wolfgang Schultze.

In der Johannisnacht muss man um zwölf Uhr in den Wald gehen, aus Tränen einen Kreis machen und dann in denselben treten. Alsdann muss man dreimal laut rufen: »Laima, schicke mir dein Ross!«

Hat man dies getan, so erscheint ein Geist von furchtbarem Aussehen, doch darf man vor demselben nicht erschrecken. Der Geist fragt dann: »Was willst du von mir?«

»Du sollst mich tragen«, muss man dann antworten.

»Ich trage dich an den Unglückssee, denn dorthin gehöre ich«, spricht darauf der Geist.

»Nein, du gehörst zum Glückssee und dorthin trage mich«, muss man dann erwidern. Darauf verwandelt sich der Geist in ein feuriges Ross, welches man zu besteigen hat. Von dem Ross wird man dreimal über die ganze Welt getragen und dann zu dem Luftschloss der Laima, welches in ihrem Lustgarten steht. Dort liegen viele Muscheln und man erhält von der Laima die Erlaub-nis, eine zu nehmen. In den Muscheln, welche alle das gleiche Aussehen haben, sind verschiedene Dinge enthalten: in der einen liegen Heilmittel gegen Krankheiten, in der anderen ist langes Leben enthalten, in der dritten Klugheit oder Schönheit oder Tu-gend oder aber Geld, welches sich stets in der Muschel befindet, so oft man dieselbe öffnet und von deren Inhalt nimmt.

Hat man eine Muschel genommen, so wird man von dem Ross wieder zur Stelle in den Wald gebracht. Das Ross wird zum Geist und dieser verschwindet. Fortan ist man im Besitz der Gabe, welche man der Laima verdankt.

 Passende Märchenbücher


 

Das Märchenbuch: Pferde Märchen – zum Erzählen und Vorlesen von Sigrid Früh und Wolfgang Schultze (HG.)

Zu allen Zeiten hat das Pferd für den Menschen eine besondere Rolle gespielt. In diesem Band, von der bekannten, deutschen Märchenerzählerin Sigrid Früh, finden Sie eine einzigartige Sammlung von über 30 bekannten und unbekannten Pferde-Märchen aus aller Welt (z. B. Märchen aus Estland, Russland, Litauen, Ungarn, Island, Irland, Frankreich)

Die Märchen sind nach Themen unterteilt:

Die hilfreichen Pferde

Viele Märchenheldinnen und Helden überwinden alle Schwierigkeiten, lösen alle Aufgaben mit Hilfe ihres treuen Pferdes und kommen dadurch ans Ziel. Ein Motiv, welches vorwiegend bei den Märchenhelden zum Tragen kommt, ist das Baden in kochender Stutenmilch. Durch Hilfe seines Pferdes überlebt der Held diese Prüfung und kommt dazu noch siebenmal schöner aus dem Bade. Wenn die Gegenspieler sich derselben Prozedur unterziehen, um dasselbe Ergebnis zu erlangen, verkehrt sich dieses immer ins Gegenteil – sie zerkochen in der Stutenmilch. Beispiele hierfür sind Zauberilona und Das Zauberpferd.

Es gibt viele Märchen, bei denen Pferde für ihre Freunde ihr Leben lassen und bis über den Tod hinaus hilfreich sind, wie es die Märchen Das Mondross und Die Gänsemagd schildern.

Neben ihrem natürlichen Instinkt besitzen viele Pferde eine intuitive Wahrnehmung. Dadurch wird der Held vor vielen Gefahren bewahrt.

Schultze, Wolfgang / Früh, Sigrid

Deutsche Erstausgabe
Hardcover, m. Fadenheftung & Lesebändchen
14 cm x 21,5 cm, 192 S.

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Märchen von Pferden

Märchen von Pferden

Die dämonischen Pferde

Infolge der Christianisierung trat auch eine Dämonisierung des Pferdes ein. Ein Paradebeispiel ist der Pferdefuß des Teufels. In vielen Sagen wird erzählt, dass Hexen einen jungen Mann in ein Pferd verwandeln, mit dem sie dann zum Hexensabbat reiten, ein Motiv, welches von den reitenden Walküren, den Begleiterinnen des Gottes Odin, geprägt wurde.

Viele Sagen erzählen, wie ungerechte Herren zur Strafe in der Hölle zu Reittieren des Teufels werden. Beispiele hierfür sind Des Schwarzenbergers Bekehrung und Das Wunderross Friedrichs von Zollern.

Verwandelte Pferde

Immer wieder begegnen wir der Darstellung, dass Menschen in Pferdegestalt verwünscht werden. Ihre Erlösung ist auf ein intensives Zusammenspiel von Mensch und Tier angewiesen. Häufig ist der letzte Akt die Enthauptung des Pferdes, wie es die Märchen Friedrich Goldhaar und Das treue Füllen erzählen. In dem Märchen Imrik und sein Zauberrösslein begegnen wir einer Besonderheit, in dem der Held auf das Wasser der Jugend für sich verzichtet, um seinem sterbenden Pferd das Leben zu retten. Durch dieses Opfer erlöst er das Pferd und gibt ihm seine Menschengestalt zurück. Die sieben Fohlen ist ein besonderes Märchen, da hier die christliche Prägung sichtbar wird. Die Verwünschten haben täglich nur für kurze Zeit ihre menschliche Gestalt, um an der Kommunion teilzunehmen. Allein durch einen Hirten, der sie den ganzen Tag hindurch begleitet, ist die Erlösung möglich