Feen-Märchen

Märchen nach Themen

Was sind Feen?

In der Regel sind Feen keine »harmlosen«, niedlichen, süßen Figürchen, sondern mächtige Wesen, mit denen nicht zu spaßen ist und die nach ihren eigenen Maßstäben leben. Außerdem zeigen die Märchen, dass Feen keine kleinen geflügelten Elflein sind, die durch die Luft schwirren, wie es in vielen Abbildungen gerne dargestellt wird.

Kein einziger Märchentext beschreibt Feen in diesem Sinne. Feen sind mächtig, sie verfügen über magische Kräfte und brauchen die ihnen immer wieder angedichteten Flügel keineswegs, egal ob sie nun klein oder groß in Erscheinung treten.

 

Elfenlied

Um Mitternacht, wenn die Menschen erst schlafen,Dann scheint uns der Mond,Dann leuchtet uns der Stern;Wir wandeln und singenUnd tanzen erst gern. Um Mitternacht, wenn die Menschen erst schlafen,Auf Wiesen, an den ErlenWir suchen unsern RaumUnd wandeln und singenUnd tanzen einen Traum.

Johann Wolfgang von Goethe

Leseprobe


 

Der Elfenring aus dem Märchenbuch „Feen-Märchen“ zum Erzählen und Vorlesen von Sabine Lutkat (Hg.)

An einem schönen Herbsttage sagte Timothy O’Sheagh zu seiner Mutter: »Liebe Mutter, ich reite auf meinem Esel nach Wexford zum Markte, und wenn ich meine Kohlköpfe verkauft habe, hole ich Sheila-Mo-Gee, meine Braut ab, um dir das süße Mädchen vorzustellen.«

»Ich werde mich gewiss freuen, deine Liebste kennenzuler-nen«, erwiderte die Mutter, »aber ich warne dich! Heute am Vor-abend von Allerheiligen tanzen die Elfen den Reigen und gerätst du in ihren Ring, bist du gebannt und findest nimmer den Rück-weg.«

»Ach, Mutter«, lachte der Bursche, »wer wird an solche Ammenmärchen glauben. Ich fürchte nicht die Elfen und nicht ihren Zauberkreis.«

»Höre auf meine Worte, Sohn!« gab die Mutter ernst zur Ant-wort. »Versprich mir wenigstens, zu tun, wie ich dir rate. Fühlst du dich im Elfenring gefangen, ziehe deinen Mantel aus und häng ihn mit dem grünen Futter nach außen um, auf dass die Elfen erkennen, dass du ihr Freund bist. Tust du das nicht, wird dein Esel keinen Schritt vorwärts tun.«

»Wenn es dir eine Beruhigung verschafft, liebe Mutter, will ich es tun«, lächelte Timothy und trabte auf seinem Grautier fröhlich von zu Hause fort.

Er verkaufte auf dem Markt sein Gemüse und ritt dann nach dem Hause seiner Braut.

»Komm«, sagte er, »setz dich hinter mich auf mein Langohr, denn ich will dich daheim meiner Mutter vorstellen.«

Sheila war es zufrieden. Sie schwang sich hinter Timothy auf den Rücken des Esels, schlang ihre Arme um den Geliebten und so ritten sie im Dämmern des Abends selig dahin. Beide merkten nicht, wie allmählich die Schatten aus dem Boden stiegen und der silberne Mond über den Hügeln sich erhob.

Doch plötzlich blieb der Esel stehen und kein gutes Wort, kein Schlag mit der Gerte vermochte ihn vorwärtszutreiben.

»Timothy«, stammelte Sheila, »wir sind in einen Elfenring geraten!«

»Dummes Zeug!« ärgerte sich ihr Bräutigam, »glaubst denn auch du an diese törichte Fabel?«

»Und es ist doch so!« ereiferte sich das Mädchen. »Wer in einen Elfenring gerät, verliert Weg und Richtung und findet nimmer heim.«

Da ward es auch Timothy ungut zumute. Er erinnerte sich der Worte seiner Mutter, und etwas verlegen lächelnd zog er seinen Mantel aus und hing ihn mit dem grünen Futter nach außen um die Schultern. Und siehe da, der Esel ging wieder willig dahin und brachte beide glücklich nach Hause.

Nun, meine Kinder, wollt ihr wohl wissen, warum der Esel sich weigerte, vorwärtszugehen? Warum? Weil er, obwohl er nur ein Tier war, die kleinen Elflein sehen konnte und mit seinem Hufe keines verletzen wollte.

Als nun Timothy den Mantel umdrehte, erkannten die Elfen an dem grünen Futter, dass er ihr Freund sei und öffneten den Ring, um den Esel mit den beiden Liebenden durchzulassen.

Noch heute glaubt das Volk in Irland an das Volk der Elfen, Zwerglein und Feen, das dem Menschengeschlechte nicht feind-lich gesinnt ist, das aber nur ein Esel mit den Augen wahrzunehmen.

 Dazu passende Bücher


 

Das Märchenbuch: Feen-Märchen – zum Erzählen und Vorlesen von Sabine Lutkat (HG.)

Feengestalten finden sich in den Märchen aller Völker, viele Regionen und Länder haben ihre eigenen Feenwesen, wie die Sidhe oder »das gute Volk« in Irland, die Huldren in Island oder die Vilen auf dem Balkan. Dennoch weisen diese Gestalten viele Gemeinsamkeiten auf, die es erlauben, sie alle unter dem Sammelbegriff Feen zusammenzufassen.

Diese wunderbare Märchensammlung zeigt anhand verschiedener europäischer Märchen typische Motive der Feenmärchen und des Feenglaubens.

Lutkat, Sabine
Deutsche Erstausgabe

Hardcover, m. Fadenheftung & Lesebändchen
14 cm x 21,5 cm, 192 S.

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Das Märchenbuch: Keltische Feenmärchen – zum Erzählen und Vorlesen von Frederik Hetmann (HG.)

Nähern sich die Tage wieder dem Herbst, beginnt die Zeit der Geschichten und Märchen.

Eine Märchensammlung vor allem aus Irland, Schottland und Wales. Die Vorstellung eines Feenreiches, der Anderswelt, wo das kleine Volk wohnt, hat seit jeher Menschen zugleich fasziniert und geängstigt. Vor allem im keltischen Raum ranken sich um diesen Feenglauben zahlreiche Märchen und Mythen. Ihre folkloristischen und phantastischen Motive vermitteln etwas von der eigentümlichen Spannung, die die Feen und ihr Reich umgibt. Denn Feen sind übernatürliche Wesen, die nicht jeder Sterbliche sehen kann und wer ihnen dennoch begegnet, dem helfen oder den narren sie.

Hetmann, Frederik
Deutsche Erstausgabe
Hardcover, m. Fadenheftung & Lesebändchen
14 cm x 21,5 cm, 192 S.

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